Junge Athleten, prominente Paten und konkrete Ziele
aus: Martina Martin Freie PresseProjekt "Verbundnetz für den Sport" unterstützt seit 2004 junge Athleten auf dem Weg zu Olympia - Herzenssache für einst erfolgreiche Asse
Chemnitz. Bahnsprinter Sascha Hübner hatte nach der knapp verpassten WM-Nominierung wieder einen Grund zum Strahlen, als er während des internationalen Leichtathletik-Meetings in Chemnitz gemeinsam mit anderen jungen Athleten für kurze Zeit im Mittelpunkt stand. Von Jens Fiedler, dem dreifachen Olympiasieger und mehrfachen Weltmeisters seines Metiers, erhielt er die begehrte Förderurkunde des in Deutschland einmaligen Projektes. Er durfte diese bereits zum zweiten Mal in Empfang nehmen.
"Die Sache finde ich einfach toll, für mich ist das eine große Hilfe. Denn mit diesen Geldern kann ich meine Ausbildung bezahlen", berichtete der 21-Jährige, der an der Fortis-Akademie, die ihn zudem bei seinen sportlichen Ambitionen bestens unterstützt, auf dem Weg zum Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung ist. Auch seine Trainingsgefährtin Christin Muche zeigte sich von dieser finanziellen Unterstützung, die sie seit 2005 in Anspruch nehmen durfte, begeistert. Ihr wurden beispielsweise Zuschüsse für Trainingslager, Material oder Mieten gewährt. "Das war enorm wichtig für mich", wertet Deutschlands erfolgreiches Bahnsprinterin. Da sie nunmehr bereits in der Weltspitze angekommen ist, wurde ihre Vereinbarung ebenso wie beispielsweise die von Bob-Vize-Weltmeister Thomas Florschütz nicht in bewährter Form verlängert.
"Eigentlich müssten wir diese Sportler wegen Erfolges entlassen. Aber für sie haben wir jetzt den Level II entwickelt, um sie weiter mit zu betreuen. In dieser Stufe wollen wir versuchen, für diese Athleten spezielle Sponsoren zu finden", erklärt Projektleiter Bernhard Bock. Zu jenen Assen gehören auch Schwimmerin Britta Steffen, Kanutin Fanny Fischer, Fußballerin Anja Mittag oder Biathlet Michael Rösch, der zudem inzwischen als Botschafter für die Aktion auftritt.
Aus der Taufe gehoben wurde das Projekt 2004 im Rahmen der Olympiabewerbung von Leipzig für die Spiele 2012. "Der Marketingchef der Verbundnetz Gas AG kam damals auf mich zu. Er sollte eine größere Summe in die Bewerbung an sich stecken, wollte aber lieber Sportler aus Ostdeutschland auf dem Weg zu einem Olympiastart speziell unterstützen. So entstand die Idee", erinnert sich Bock, der daraufhin gemeinsam mit Idolen wie dem dreifachen Skisprung-Olympiasieger Jens Weißflog, dem zweifachen Biathlon-Olympiasieger Frank Peter Roetsch oder Jens Fiedler ein Konzept entwickelte. Diese Ehemaligen fungierten zudem gleich von Beginn an als Paten für die einzelnen OSP. "Etwa eine Woche bevor die Entscheidung der Olympiavergabe fiel, haben wir das erste Team vorgestellt. Obwohl Leipzig dann leider aus dem Rennen war, wurde am Projekt nichts geändert", fügte der Manager hinzu.
Seit der Gründung erhielten rund 100 Sportler diese Förderung, die Verbundnetz Gas AG als Hauptsponsor stellte dafür jährlich 500.00 Euro zur Verfügung. Bis London 2012 geht derzeit die Planung. Die Auswahl erfolgt über die OSP, wobei mit den Athleten spezielle Vereinbarungen mit konkreten sportlichen Zielen fixiert werden. Eine Ehrung der Jahresbesten mit einem Sonderpreis ("Flamme") und einer Prämie sowie die Wahl des Sportlers des Monats sind dabei zusätzlicher Ansporn. Als Ansprechpartner stehen die prominenten Asse von einst jederzeit zur Verfügung. "Für mich ist das Projekt eine Herzenssache", gibt Jens Fiedler, der sich nach seiner Ausbildung als Industriefachwirt jetzt wieder stärker engagieren kann, ebenso wie Jens Weißflog als spezieller Pate des OSP Chemnitz-Dresden gern seine langjährigen Erfahrungen weiter. "Man profitiert auf alle Fälle von diesen Kontakten. Dabei finde ich es super, dass ein Jens Weißflog so bodenständig geblieben ist", schwärmt Sascha Hübner, der bei Olympia in London 2012 unbedingt dabei sein will, auch von diesen positiven Aspekten.
Von Martina Martin





